Die Neue Rente

Die Rente ist nicht mehr das, was sie einmal sein sollte. Jüngere Menschen müssen immer mehr zahlen ohne eine glaubwürdige Zusicherung dafür zu bekommen, im Alter auch ausreichend versorgt zu werden.

Die neue Rente berücksichtigt diesen Aspekt und wird daher auf zwei Säulen aufgebaut.

Einerseits besteht sie weiterhin aus einer staatlichen Zahlung, welche sich an den derzeitigen Mechanismen orientiert. Es wäre unseriös, an dieser Stelle über die zukünftige Kaufkraft dieser staatlichen Zahlung zu spekulieren. Sie wird aber sicherlich unter der Heutigen liegen.

Die zweite Säule baut sich auf einer privaten Vorsorge auf. Dieser Umstand stellt an sich keine Neuigkeit dar, wurde doch auch bisher von Privat vorgesorgt. Neu ist jedoch die Feststellung, dass das gesetzliche Rentenniveau bei mindestens gleichbleibenden Beiträgen sinken wird, die private Vorsorge also an Wichtigkeit zunimmt und erstmals massiv vom Staat gefördert wird.

Es kommt also zu einer Art Umverteilung der Verantwortung vom Staat zu den Bürgern.

Der Staat sichert seinen Bürgern eine minimale Altersgrundsicherung bei gleichbleibend prognostizierten Rentenbeiträgen zu. Wer jedoch im Alter seinen gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten möchte, ist gezwungen selbst vorzusorgen. Diese private Vorsorge wird vom Staat mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert.

Seit 2002 erhalten alle Arbeitnehmer per Post einen Bescheid vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR), der Auskunft über die bisher angesammelten Rentenbeiträge und der voraussichtlichen Rentenhöhe gibt. Leider sind die Rechnungen zu optimistisch und viele ausgewiesene Beiträge zu hoch. Führt man sich allein die ausgebliebenen Rentensteigerungen der vergangenen Jahre vor Augen, können die in den Bescheiden der VDR angenommenen Rentensteigerungen von 1,5 bis 3,5 Prozent als zu optimistisch angesehen werden.

Diese Steigerung orientiert sich an der von der EU-Kommission, den Bundesregierung und Wirtschaftsweisen geschätzten Lohnentwicklung für die kommenden Jahre. Diese wird schon seit einigen Jahren kontinuierlich nach unten korrigiert und berücksichtigt die Inflation nicht korrekt.

Wer zum Beispiel in 10 Jahren eine Monatsrente von 1000 Euro erhält, kann sich bei einer Teuerung von rund 1,5 Prozent jährlich nur soviel leisten wie heute für rund 850 Euro. Das größte Problem wird aber das Umlageverfahren der staatlichen Rentenkasse („Junge zahlen für Alte“) sein. Ein Rückgang der Geburtenzahlen bei gleichzeitigem Anstieg der Senioren könnte zu einem großen Problem des Umlageverfahrens werden. Deshalb wird die private Zusatzvorsorge in Zukunft noch wichtiger werden.