Lexikon


Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung stellt immer noch die Hauptsäule der Altersvorsorge in Deutschland dar. Sie ist eine Pflichtversicherung für alle Arbeitnehmer aber auch für bestimmte Gruppen von Selbstständigen und andere Personengruppen. Nicht versicherungspflichtige Personen können sich freiwillig versichern bzw. bietet sie für nicht versicherungspflichtige Selbstständige die Versicherungspflicht auf Antrag.

Beachten Sie: In der gesetzlichen Rente ist lediglich eines ganz sicher: In der bisherigen Form wird sie nicht mehr alt werden. Sie kann den Menschen langfristig nur eine Grundsicherung bieten. So gehen Berechnungen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger von einer Rentenzahlung von 46 Prozent für das Jahr 2020 und von 43 Prozent des letzten Nettolohnes im Jahr 2030 aus. Andere Experten prognostizieren sogar noch pessimistischere Werte. Deshalb gilt: Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss privat vorsorgen.

Gleitzone

Die Gleitzone beginnt bei einem versicherungspflichtigen Arbeitnehmer ab einem Arbeitsentgelt von 400,01 bis zu 800,00 Euro. Das bedeutet, nicht jeder der über 400 Euro erhält, ist gleich voll sozialversicherungspflichtig. Vielmehr erhöhen sich innerhalb der Gleitzone die Beiträge zur Sozialversicherung linerar - von rund 4 % am Anfang bis zum vollen Anteil von zurzeit rund 19 %. Der Arbeitgeber zahlt für das gesamte Arbeitsentgelt grundsätzlich seinen vollen Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag.

Zu beachten ist aber, dass der geringere Arbeitnehmeranteil sich entsprechend bei der Rentenberechnung auswirkt, da hierbei dann auch nur die auf das niedrigere Entgelt entfallene Beitragszahlung berücksichtigt wird. Mit einer Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber, dass auf das volle Arbeitsentgelt Beiträge zur Sozialversicherung geleistet werden sollen, wird bei der Rentenberechnung dann der tatsächliche Verdienst herangezogen.

Werden mehrere Beschäftigungen ausgeübt, so werden die Verdienste daraus zusammenaddiert. Nur wenn sich diese Summe innerhalb der Gleitzone bewegt, ist der geringere Arbeitnehmeranteil maßgebend.

Die Gleitzonen-Regelungen gelten nicht für: für behinderte Menschen, die in anerkannten Werkstätten für Behinderte tätig sind, Auszubildende/Praktikanten, für Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und Angehörige ähnlicher Gemeinschaften sowie bei Beschäftigung im Rahmen von Altersteilzeit. Ebenso gelten die Regelungen nicht für versicherungspflichtige Arbeitnehmer, deren Arbeitsentgelt regelmäßig mehr als 800,00 Euro im Monat beträgt und das Entgelt nur zeitweise wegen Kurzarbeit oder im Baugewerbe wegen schlechten Wetters so weit reduziert ist, dass das tatsächliche Arbeitsentgelt die obere Gleitzonengrenze von 800 € unterschreitet.

Beachte: Bei der Prüfung der Hinzuverdienstgrenzen von innerhalb der Gleitzone liegenden Beschäftigten, die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Altersrente vor dem vollendeten 65. Lebensjahr erhalten, wird das volle tatsächliche Entgelt als Hinzuverdienst herangezogen.

Glaubhaftmachung

Ist das tatsächliche Arbeitsentgelt aus den bei der Rentenversicherung vorhandenen Unterlagen für bestimmte Zeiten nicht erkennbar, kann dies gegenüber dem Versicherungsträger nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden. Hierbei werden aber stets sehr strenge Maßstäbe angesetzt. So gilt eine Tatsache (z.B. Beitragszeiten) als glaubhaft gemacht, wenn ihr Vorliegen überwiegend wahrscheinlich ist. Mithilfe von. Zeugenaussagen oder eidesstattlichen Versicherungen kann dies u.U. erreichet werden. Entgeltpunkte für glaubhaft gemachte Beitragszeiten werden jedoch um 1/6 gekürzt.

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Durch Hartz IV wurde das Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (GSiG) aufgehoben bzw. teilweise übernommen. Seit 2005 finden daher die Regelungen des Sozialgesetzbuches (SGB XII, insbesondere 4. Kapitel) Anwendung. Die Leistung ist danach abhängig von der Bedürftigkeit. Reicht das eigene Einkommen/Vermögen und auch das des nicht dauerhaft getrennt lebenden Ehegatten/Lebenspartners nicht aus, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, haben diese Personen Anspruch auf Leistungen. Bei der Gemeinde des Wohnortes können so über 65 jährige und aus medizinischen Gründen dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen ab dem 18. Lebensjahr Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beantragen. Der Bezug einer Altersrente oder wegen voller Erwerbsminderung wird dabei nicht vorausgesetzt.

Beachte: Im Gegensatz zu den sonstigen Leistungen nach SGB XII ist ein Unterhaltsrückgriff auf Kinder oder Eltern nur möglich sofern diese über ein Jahreseinkommen oberhalb von 100.000 Euro verfügen.

Gehaltsumwandlung

Siehe Entgeltumwandlung.

Gesamtleistungsbewertung

Bei der Gesamtleistungsbewertung wird der Durchschnitt aus sämtlichen Beitragszeiten gebildet. Mithilfe dieses Durchschnitts werden dann die beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten bewertet.

Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung hilft dem Versicherer die Versicherungsleistung und die zu zahlenden Versicherungsbeiträge zu kalkulieren. Hierbei sind wahrheitsgemäße und vollständige Angaben –wenn nötig mit einer ärztlichen Untersuchung- zu machen, da ansonsten in einem späteren Versicherungfall u.U. Leistungen gekürzt oder aber ganz ausgeschlossen werden könnten. Bei erhöhten Gesundheitsrisiken werden diese entweder aus der Versicherung ausgenommen (Risikoausschluss) oder aber über Risikozuschläge mitversichert.

Günstigerprüfung

Die Günstigerprüfung wird von Amts wegen bei der staatlich geförderten Rente (Riester-Rente) und beim Kindergeld durchgeführt. Dabei wird vom Finanzamt geprüft, ob für den Steuerpflichtigen der Sonderausgabenabzug günstiger als die staatliche Zulage ist. Meist ist jedoch die Zulage für den Steuerpflichtigen günstiger. Ist das nicht der Fall, wie vielfach bei Singles ohne Kinder und hohem Einkommen, dann erhöht sich die unter Berücksichtigung des Sonderausgabenabzugs ermittelte tarifliche Einkommensteuer um den Anspruch auf Zulage.

Gleiches gilt auch für das Kindergeld. Hier ist es insbesondere für Besserverdienende meist günstiger den Kinderfreibetrag anzusetzen als das Kindergeld zu beanspruchen.

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