Lexikon


Eck- oder Standardrentner

Der Eckrenter dient Vergleichszwecken. Er ist eine fiktive Person, die über 45 Jahre Beiträge von einem durchnittlichen Arbeitsentgelt in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat. Die für den Eckrentner ermittelte Rente bestimmt das Rentenniveau im Vergleich zum aktuellen Durchschnittseinkommen.

Ersatzzeiten

Als Ersatzzeiten gelten Zeiträume, in denen der Versicherte aus besonderen und nicht in seiner Person liegenden Umständen keine Beitragsleistung erbringen konnte. Darunter fallen z.B. Kriegsdienst im 2. Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft, Reichsarbeitsdienst, Internierung, Verschleppung und Festgehaltenwerden von Deutschen (insbesondere in der früheren UdSSR), Freiheitsentzug im Gebiet der ehemaligen DDR in der Zeit vom 8.5.1945 bis 30.6.1990 aber nur wenn der Versicherte rehabilitiert oder das Strafurteil aufgehoben worden ist. Anschließende Krankheits- und Arbeitslosigkeitszeiten können teilweise auch zu den Ersatzzeiten zählen. Alle Ersatzzeiten beginnen frühestensmit Vollendung des 14. Lebensjahres und sind auf Zeiten bis zum 31.12.1991 begrenzt. Sie zählen sowohl bei der Rentenberechnung und auch als Wartezeit.

Beachte: Ersatzzeiten können nur berücksichtigt werden, wenn sie gemeldet worden sind. Ebenso setzt die Anerkennung von Ersatzzeiten die Entrichtung von mindestens einem Monatsbeitrag (freiwilliger Beitrag oder Pflichtbeitrag) voraus.

Erwerbsminderungsrente

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt leistungsfähig sind oder gar keine Tätigkeit mehr ausüben können, ist Ihre Erwerbsfähigkeit gemindert bzw. weggefallen. Hier hilft die Erwerbsminderungsrente, deren Leistungen Sie maximal bis zum Erhalt der Regelaltersrente erhalten.

Eigenheimrente

Als zusätzlicher Baustein zur privaten Altersvorsorge wird mit der Eigenheimrente - besser Wohn-Riester- das mietfreie Wohnen vom Staat gefördert. Das heißt, die Regelungen der Riester-Förderung gelten künftig auch für den Erwerb, den Bau oder die Entschuldung einer eigengenutzten Wohnung/Hauses oder für den Erwerb von Anteilen einer Wohnungsgenossenschaft. Sie erhalten dafür ebenso die staatlichen Zulagen.

Ist bereits ein staatlich gefördertes Altersvorsorgevermögen angespart, kann es teilweise oder auch ganz für diese Zwecke entnommen werden oder aber um damit eine selbst genutzte Wohnung zu entschulden. Wichtigste Neuerung dabei ist, dass der entnommene Anlagebetrag nicht mehr notwendigerweise –im Gegensatz zur alten Regelung- in den Altersvorsorgevertrag zurückgezahlt werden muss.

Mit der Eigenheimrente zählen nun auch entsprechende Darlehensverträge, die den genannten Zwecken dienen als begünstigte Anlageprodukte.

Wie bei allen Riester-Produkten gilt auch hier die nachgelagerte Besteuerung. Da in der Auszahlungsphase (entspricht dem Rentenbeginn des Vertrages) keine echte Leistung fließt und eine Besteuerung demnach schwierig umzusetzen wäre, wird ein so genanntes Wohnförderkonto eingerichtet. Hier wird das steuerlich geförderte Kapital erfasst. Zu Beginn der Auszahlungsphase können die Sparer dann wählen, ob sie die Steuerschuld mit einem Einmalbetrag zu ihrem individuellen Steuersatz begleichen oder aber über einen längeren Zeitraum verteilt. Im ersten Fall sind nur 70 % des geförderten Kapitals zu versteuern. Im zweiten Fall ist eine Streckung über maximal 23 Jahre möglich. Die konkrete Höhe dabei hängt von der individuellen Situation des Steuerpflichtigen ab. Bei der nachgelagerten Besteuerung spielt der Nutzungswert keine Rolle sondern lediglich der Umfang der tatsächlich in Anspruch genommenen Förderung.

Ebenso können die Riester-Zulagen auch für die Tilgung von Immobilienkrediten genutzt werden. Die Tilgungsbeiträge werden dabei steuerlich genauso gestellt wie Beiträge zur Altersvorsorge.

Einkommensanrechnung bei Renten wegen Todes

Seit dem 01.01.2002 werden fast sämtliche Einkommensarten auf Hinterbliebenenrenten -Renten wegen Todes- angerechnet. Für die Einkommensanrechnung wird dazu das Bruttoeinkommen durch Abzug bestimmter Pauschalwerte (z.B. bestimmte Freibeträge, pauschaler Abschlag für Belastungen aus Steuern und Sozialbeiträgen) auf das anzurechnende Nettoeinkommen vermindert.

Lediglich die meisten steuerfreien Einnahmen und steuerrechtlich geförderten Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen bleiben bei der Anrechnung unberücksichtigt.

Als Einkommen angerechnet werden z.B. Erwerbseinkommen (z. B. Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen) sowie kurzfristiges und dauerhaftes Erwerbsersatzeinkommen (bspw. Arbeitslosen- oder Krankengeld, Renten), Vermögenseinkommen (z. B. aus Kapitalvermögen, aus Vermietung/Verpachtung, private Veräußerungsgeschäfte, Spekulationsgewinne).

Für Hinterbliebenenrenten, die nach früherem Recht berechnet werden, sowie für Waisenrenten an vor dem 1.1.2002 geborene Waisen gelten Übergangsregelungen und Vertrauensschutz. Hier werden keine Vermögenseinkommen angerechnet.

Ebenso werden Leistungen aus sämtlichen Renten wegen Todes, Leistungen der Hinterbliebenenversorgung, ALG II/Sozialgeld, SozialhilfeLeistungen der Grundsicherung als nicht anrechenbare Einkünfte betrachtet.

Eigenvorsorge

Da die gesetzliche Rentenversicherung bei weitem nicht mehr ausreicht den im Erwerbsleben gewohnten Standard beizubehalten, sollten Sie zusätzlich für das Alter vorsorgen, also Eigenvorsorge betreiben. Dies hilft dabei die Lücke in der späteren Versorgung zu schließen. Die Eigenvorsorge beinhaltet die betriebliche Altersvorsorge und die private Altersvorsorge.

Beide Arten werden vom Staat mit Zulagen und Steuervorteilen (Riester-Förderung, privat oder über den Betrieb) bzw. Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit (betriebliche Altersversorgung) der Aufwendungen gefördert.

Eintrittsalter

Das Eintrittsalter ist das Alter welches dem Versicherungsbeginn am nächsten liegt.

Entgeltpunkte

Entgeltpunkte stellen den beitragsbezogenen Bestandteil der Rentenformel dar. Im Rahmen der Rentenberechnung werden aus dem Verhältnis des persönlichen Bruttoarbeitsentgelts des Versicherten und dem Durchschnittsentgelt aller Versicherten des entsprechenden Kalenderjahres die Entgeltpunkte des Versicherten bestimmt. Ein Entgeltpunkt ist demnach erreicht, wenn ein Einkommen (1 EP) in Höhe des Durchschnittsentgelts erzielt wird. Auf 45 Jahre gerechnet ergibt dies den Eckrentner bzw. Standardrentner. War der Verdienst geringer als das Durchschnittsentgelt, ist der Entgeltpunktwert bei unter 1,0, bei überdurchschnittlichem Verdienst beträgt er mehr als 1,0.

Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge

Seit der Verabschiedung des Altersvermögensgesetzes (AvmG) hat jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf betriebliche Altersversorgung. Sie können von Ihrem Arbeitgeber verlangen, dass von Ihrem Lohn oder Gehalt ein Betrag von bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) in der gesetzlichen Rentenversicherung im Wege der Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersversorgung verwendet wird. Soweit Sie tarifliche Entgeltbestandteile für den Aufbau einer Betriebsrente nutzen wollen, muss die Entgeltumwandlung durch den Tarifvertrag zugelassen sein. Die Auswahl des betrieblichen Altersvorsorgeangebots ist Sache des Arbeitgebers. Wenn der Arbeitgeber in einem Pensionsfonds oder einer Pensionskasse Mitglied ist, kann er Sie auf diese verweisen. Andernfalls können Sie den Abschluss einer Direktversicherung fordern, wobei aber die Auswahl des Anbieters beim Arbeitgeber liegt, damit dieser für mehrere Arbeitnehmer mit dem Anbieter günstigere Konditionen aushandeln kann. Sie haben einen Anspruch darauf, dass die von Ihnen im Wege der Gehaltsumwandlung finanzierte betriebliche Altersversorgung die Voraussetzungen für eine Förderung durch Zulagen und Sonderausgabenabzug erfüllt. Sie können sich aber ebenso für einen ungeförderten Weg entscheiden, wenn Sie sich darüber mit Ihrem Arbeitgeber einigen. Wegen der vorläufig noch bestehenden Möglichkeit der Steuer- und Sozialabgabenfreiheit kann dies für Sie sogar günstiger sein. Informieren Sie sich beim Arbeitgeber, der Gewerkschaft oder beim Betriebsrat. Für Betriebsrentenzusagen aus Entgeltumwandlung gelten einige Sonderregeln:

Soweit Sie tarifliche Entgeltbestandteile für den Aufbau einer Betriebsrente nutzen wollen, muss die Entgeltumwandlung durch den Tarifvertrag zugelassen sein. Der Tarifvertrag kann auch die Ausgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge im Einzelnen regeln. Viele Tarifverträge begrenzen die Entgeltumwandlung auf Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld, VL). In einigen Branchen beteiligt sich der Arbeitgeber mit attraktiven Zulagen an Ihrer zusätzlichen Altersvorsorge. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, dem Betriebsrat oder der Gewerkschaft.

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