Lexikon


Deckungskapital

Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung werden die Beiträge zur Finanzierung des garantierten Erlebensfallkapitals verwendet. Die Beiträge werden vom Versicherer mit dem Rechnungszins der Deckungsrückstellung verzinst. Das Deckungskapital ist somit die Summe aus den angesparten Beiträgen und dem Rechnungszins der Deckungsrückstellung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhanden ist.

Deckungsstock

Der Deckungsstock wird von einem Treuhänder und von der BaFin überwacht und dient der Erfüllungssicherung von laufenden Ansprüchen. Um die Leistungsverpflichtungen aus den laufenden Verträgen jederzeit erfüllen zu können, sind seitens des Versicherers die Beiträge der Versicherten nach den Grundsätzen Sicherheit, Rentabilität, Mischung, Liquidität sowie Streuung anzulegen. Diese in verschiedenster Form angelegten Mittel werden als Deckungsstock bezeichnet.

Drei-Säulen-System

Die Alters- und Hinterbliebenenversorgung beruhte bisher auf einem Drei-Säulen-System - der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Vorsorge. Mit dem Alterseinkünftegesetz trat eine Neuordnung des Systems ein. So wird jetzt von dem Drei-Schichten-Modell gesprochen.

Drei-Schichten-Modell

2005 wurde mit dem Alterseinkünftegesetz das bisherige Modell der Altersversorgung in Deutschland neu definiert:

1. Schicht: Basisversorgung (gesetzliche Rentenversicherung, Basis bzw. Rürup-Rente))

2. Schicht: Kapitalgedeckte Zusatzversorgung (betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente)

3. Schicht: Kapitalanlageprodukte (private Rentenversicherung, Kapitallebensversicherung)

Durchschnittsentgelt

Das Durchschnittsentgelt ist eine Rechengröße im Sozialversicherungssystem und wird durch eine Rechtsverordnung des Bundes entsprechend der Entwicklung der Bruttolohn- und -gehaltssumme (Bruttoarbeitsentgelt) je durchschnittlich beschäftigtem Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) bestimmt. Er wird sowohl für die Berechnung der Rente benötigt aber auch als Grundlage für die Ermittlung der Bezugsgröße.

Im Rahmen der Rentenberechnung werden aus dem Verhältnis des persönlichen Bruttoarbeitsentgelts des Versicherten und dem Durchschnittsentgelt aller Versicherten des entsprechenden Kalenderjahres die Entgeltpunkte des Versicherten bestimmt.

Ein Entgeltpunkt ist demnach erreicht, wenn ein Einkommen (1 EP) in Höhe des Durchschnittsentgelts erzielt wird. Auf 45 Jahre gerechnet ergibt dies den Eckrentner bzw. Standardrentner.

Direktzusage

Die Direktzusage ist eine bestimmte Möglichkeit (Durchführungsweg) der betrieblichen Altersversorgung. Sie wird häufig auch als Pensions- oder unmittelbare Versorgungszusage bezeichnet und ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Form der betrieblichen Altersvorsorge. Dabei verpflichtet sich der Arbeitgeber, dem Beschäftigten oder auch dessen Angehörigen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Versorgungsleistungen zu gewähren. Träger dieser Form der Altersversorgung ist das Unternehmen selbst.

Durchführungsweg

Als Durchführungsweg werden die jeweils möglichen Arten der betrieblichen Altersversorgung bezeichnet. Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG –Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung) benennt hierfür fünf Wege: 1. Direktzusage 2. Unterstützungskasse 3. Pensionskasse 4. Direktversicherung 5. Pensionsfonds. Welchen dieser Durchführungswege der Arbeitgeber anbietet kann er frei wählen.

Direktversicherung

Die Direktversicherung ist eine Versicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer zu Gunsten des Arbeitnehmers abschließt. Der Arbeitnehmer – und je nach Vertrag auch seine Hinterbliebenen – erwerben einen Rechtsanspruch auf die Leistungen.

a) Förderfähig: Durch Zulagen und Sonderausgabenabzug werden nur solche Direktversicherungen staatlich gefördert, die in der Beitragsphase aus individuell steuer- und beitragspflichtigem Entgelt finanziert werden. Außerdem müssen lebenslange Leistungen zugesagt werden. Diese Leistungen unterliegen dann der nachgelagerten, vollen Besteuerung

b) Nicht förderfähig: Beiträge zu Direktversicherungen, die nicht die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, weil sie etwa in der Ansparphase pauschal versteuert werden oder weil als Leistung eine einmalige Auszahlung gewährt wird, sind nicht förderfähig.

Dynamik

Durch eine vereinbarte Dynamik der Beiträge können die Versicherungsleistungen in einer privaten Rentenversicherung oder einer anderen Versicherung (Berufsunfähigkeitsversicherung) ohne eine erneute Gesundheitsprüfung an die Inflation oder veränderte Bedürfnisse angepasst werden.

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