Lexikon


Rechnungszins

Da Versicherungsunternehmen nach dem Kapitaldeckungsverfahren arbeiten, müssen die Versicherer bei der Beitrags- oder Versicherungssummenkalkulation einer privaten Renten- oder Lebensversicherung mit einem Zinssatz arbeiten. Dieser Zinsfuß wird Rechnungszins genannt.

Regelaltersrente

Die Regelaltersrente erhielt man bisher ab dem 65. Lebensjahr. Diese Altersgrenze wird jedoch für die Jahrgänge ab 1947 von 2012 an schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Außerdem müssen mindestens fünf Rentenversicherungsjahre für den Erhalt der Regelaltersrente nachgewiesen werden. Auf die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren werden Beitragszeiten und Ersatzzeiten angerechnet.

Für Versicherte mit 45 Jahren Pflichtbeitragszeiten einschließlich Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten besteht aber auch weiterhin die Möglichkeit mit vollendetem 65. Lebensjahr eine abschlagsfreie Regelaltersrente zu erhalten.

Regelaltersgrenze

Siehe Altersgrenze

Regelbeitrag

Ohne Einkommensnachweis können pflichtversicherte Selbstständige den Regelbeitrag an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Der Regelbeitrag errechnet sich gemäß aktuellem Beitragssatz aus einem Arbeitseinkommen in Höhe der Bezugsgröße.

Rehabilitation

Rehabilitation sind alle medizinischen, berufsfördernden und ergänzenden Maßnahmen und Leistungen, die die Rentenversicherung zur Besserung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit erbringt.

Rentenabschlag

Die Regelaltersrente wird stufenweise für alle auf das 67. Lebensjahr angehoben. Wer vorzeitig die Rente in Anspruch nehmen möchte, muss einen Abschlag in Höhe von 0,3 % pro früher genommenem Monat hinnehmen.

Für Versicherte mit 45 Jahren Pflichtbeitragszeiten einschließlich Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten besteht aber auch weiterhin die Möglichkeit mit vollendetem 65. Lebensjahr eine abschlagsfreie Regelaltersrente zu erhalten.

Rentenantrag

Alle Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden nur auf einen Antrag hin geleistet. Die Anträge können Sie bei den Auskunfts- und Beratungsstellen, beim Versichertenältesten, bei den Gemeindebehörden oder bei dem für den Wohnsitz zuständigen Versicherungsamt stellen. Antragsberechtigt ist jeder, der das 15. Lebensjahr vollendet hat. Ausnahme bilden nur Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und die Erziehungsrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres. Diese werden ausnahmsweise ohne Beantragung als Regelaltersrente gezahlt. Ebenso - von Amts wegen - wird eine kleine Witwen-/Witwerrente nach Vollendung des 45. Lebensjahres als große Witwen-/Witwerrente gezahlt.

Beachte: Stellen Sie Ihre Rentenanträge rechtzeitig, denn von der rechtzeitigen Antragstellung hängt der Beginn Ihrer Rente ab.

Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor spielt bei der Rentenformel eine Rolle. Er drückt dabei aus, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Witwen- oder Waisenrente handelt.

Rentenauskunft

Die Rentenauskunft erhalten Versicherte alle drei Jahre ab dem 54. Lebensjahr. Sie enthält noch detailierte Informationen zum späteren Rentenanspruch als die Renteninformation.

Rentenbescheid

Lehnt der Rentenversicherungsträger eine Leistung ab oder bewilligt sie, muss er dies gegenüber dem Berechtigten in Form eines anfechtbaren Bescheides tun. Dieser muss mit einem Rechtsmittel versehen sein, mit dem ggf. auch eine gerichtliche Überprüfung möglich ist.

Renteninformation

Auf der Basis der im Versicherungskonto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten erhalten alle Versicherten mit Vollendung des 27. Lebensjahres jährlich eine schriftliche Renteninformation. Aus dieser können die Versicherten bspw. die Höhe ihrer späteren Rente bei Erreichen der Regelaltersgrenze erfahren.

Da die Renteninformation bei der Hochrechnung keine Rentenanpassungen berücksichtigt und auch nur auf die bisherige Entwicklung des Versichertenkontos zurückgreifen kann, ist der darin aufgeführte Wert nur eine grobe Richtinformation. Diese hilft Ihnen aber eine ungefähre Vorstellung von der zu erwartenden Höhe der gesetzlichen Rentenleistungen bzw. ihrer persönlichen Versorgungslücke zu erhalten und damit ihre eigene private Altersvorsorge besser zu planen.

Rentenformel

Mit Hilfe der Rentenformel (persönliche Entgeltpunkte x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert = Monatsrente) errechnet sich die Rentenhöhe. Die Höhe der persönlichen Entgeltpunkte zeigt den individuellen Versicherungsumfang, der Rentenartfaktor drückt aus, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Witwen- oder Waisenrente handelt und der aktuelle Rentenwert ist ein bestimmter Betrag in Euro, der der Monatsrente entspricht, die ein Durchschnittsverdiener für ein Jahr Beiträge erhält.

Rentengarantiezeit

Durch Vereinbarung einer Rentengarantiezeit kann bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung sichergestellt werden, dass die Rente unabhängig davon, ob der Versicherte stirbt, mindestens bis zum Ablauf der Garantiezeit gezahlt wird.

Rentenrechtliche Zeiten

Rentenrechtliche Zeiten bestimmen nicht nur die Rentenhöhe sondern sind in gewisser Anzahl (Wartezeit) auch Bedingung für die Zahlung der Rente. Als rentenrechtliche Zeiten gelten Beitragszeiten, Kinderberücksichtigungszeiten sowie beitragsfreie Zeiten.

Rentenniveau

Das Rentenniveau ist das Verhältnis der um die Sozialabgaben der Rentner geminderten Eck- oder Standardrente zum aktuellen Durchschnittsentgelt. Vom Durchschnittsentgelt werden dabei die durchschnittlich geleisteten Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer sowie deren durchschnittlicher Aufwand zur geförderten privaten Altersvorsorge abgezogen. Nicht berücksichtigt werden die zu zahlenden Steuern der Arbeitnehmer und Rentner.

Rentenwert

Der aktuelle Rentenwert entspricht der monatlichen Rente, die Sie bei einem Entgeltpunkt erhalten würden und wird jährlich zum 1. Juli an die Nettolohn/ -gehaltsentwicklung angepasst.

Rentenzahlung ins Ausland

Auch wenn Sie als Deutscher Ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben, erhalten Sie Ihre volle Rente. Das jedoch nur insoweit die Rente auf Beitragszeiten in Deutschland beruht. Für eventuelle im Ausland entstandene Rentenansprüche, müssen Sie sich an die jeweiligen Rentenversicherungsträger der Länder wenden, in denen Sie diese erworben haben.

Rentenversicherungsträger

Träger der Rentenversicherungin Deutschland sind die ehemalige Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) - jetzt Deutsche Rentenversicherung Bund, die Deutsche Rentenversicherung, die aus der Bundesknappschaft, der Seekasse und Bahnversicherungsanstalt hervorgegangene Knappschaft-Bahn-See sowie die einzelnen regionalen Träger, wie z. B. Deutsche Rentenversicherung - Baden-Württemberg oder Nord usw. Alle Rentenversicherungsträger sind besondere öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Rentensplitting unter Eheleuten/ in eingetragenen Lebenspartnerschaft

Durch eine gemeinsame, übereinstimmende Erklärung können Eheleute die in der Ehe erworbenen Renten ansprüche der gesetzlichen Rentenversicherung auf den anderen Partner übertragen bzw. werden diese Rentenansprüche dann gleichmäßig zwischen ihnen aufgeteilt. Dadurch erhöht sich die Rente des einen, während sie sich bei dem anderen Partner im gleichen Maße verringert.

Der Partner mit den in der Ehezeit erworbenen höheren Rentenansprüchen, gibt dafür die Hälfte des Wertunterschiedes zwischen den beiderseitigen ehezeitlichen Rentenansprüchen an den anderen Ehepartner ab. Die übertragenen Ansprüche verbleiben auch nach dem Tod des Ehepartners und gehen auch nicht durch Wiederheirat verloren.

Für ein Rentensplitting muss die Eheschließung/Eintragung Lebenspartnerschaft nach dem 31.12.2001 erfolgt sein oder die Eheleute/Lebenspartner sind nach dem 1.1.1962 geboren und es sind jeweils mindestens 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten vorhanden. Rentensplitting ist auch bei eingetragenen Lebenspartnerschaften möglich.

Restverrentung

Von einer Restverrentung wird gesprochen, wenn nach der Auszahlung aus einem Investmentfonds oder einem Banksparplan eine Rentenversicherung ab dem 85. Lebensjahr abgeschlossen wird.

Riester-Förderung

Da die gesetzliche Rentenversicherung zur Sicherung eines angemessenen Lebensstandards im Alter nicht mehr ausreichen wird, fördert der Staat die zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge und gewährt hierfür Steuervorteile und Zulagen.

Legt ein Förderberechtigter 2008 einen Betrag in Höhe von vier Prozent (Eigenbeitrag plus staatliche Zulage) seines maßgeblichen Vorjahreseinkommens an, kann er hierfür die maximale staatliche Zulage von 154 Euro erhalten. Für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, gibt es bei der Förderung eine Kinderzulage von 185 €. Für alle ab dem 01.01.2008 geborenen Kinder sind es 300 Euro. Darüber hinaus kann der angelegte Betrag bei der Einkommensteuererklärung als zusätzliche Sonderausgabe steuermindernd geltend gemacht werden. Hier wird aber dann der Zulagenanspruch bis zu einer Höhe von 2.100 € pro Jahr (2008) gegengerechnet,

Wohn-Riester

Siehe Eigenheimrente

Risikoprüfung

Bei privaten Versicherungen prüfen die Versicherungsgesellschaften das Risiko des potentiellen Versicherungsnehmers bzw. der zu versichernden Sache. Dafür sind zum einen die im Versicherungsantrag gemachten Angaben relevant. Zum anderen können und werden aber auch spezielle Sachverständige/Experten, z.B. Ärzte, Gutachter etc. für die Risikoprüfung herangezogen. Das Ergebnis der Risikoprüfung bestimmt maßgeblich die Höhe des Versicherungsbeitrages (Risikozuschlag) bzw. ob der Versicherer die beantragte Abdeckung übernimmt.

Risikozuschlag

Bei privaten Versicherungen prüfen die Versicherungsgesellschaften das Risiko des potentiellen Versicherungsnehmers bzw. der zu versichernden Sache. Ergibt die Risikoprüfung ein über den normalen Versicherungsbedingungen liegendes Risiko, wird vielfach ein entsprechend höherer Beitrag verlangt. Auf den „Normalbeitrag“ wird ein Risikozuschlag aufgesattelt.

Rückkauf + Rückkaufswert

Rückkauf ist die Rücknahme eines Kapitallebensversicherungsvertrages bei vorzeitiger Kündigung, Rücktritt oder Anfechtung. Der vom Versicherer bezahlte Betrag zum Zeitpunkt des Rückkaufs ist der Rückkaufswert. Er ergibt sich aus den bereits gezahlten Beiträgen plus den bisher aufgelaufenen Zinsen/Gewinnen. Davon werden die bisher entstandenen Kosten, wie bspw. Abschlusskosten abgezogen.

Rürup-Rente/Basis-Rente

Benannt ist diese Art der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge nach dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup (auch Basis-Rente) und ist eine private, kapitalgedeckte Rentenversicherung.

Die Rürup Rente darf weder beliehen, verkauft, übertragen oder vererbt werden.

Es besteht bei diesem Vorsorgeprodukt auch kein Kapitalwahlrecht, d.h. es ist nur eine lebenslange Verrentung möglich und der angesparte Betrag darf nicht -noch nicht mal in Höhe von 30 % wie bei der Riester-Rente- in einer Einmalzahlung ausbezahlt werden. Die monatliche, lebenslange Rente darf dabei frühestens ab dem vollendeten 60. Lebensjahr geleistet werden.

Obwohl die Ansprüche nicht vererbbar sind, kann die Rürup-Rente aber mit einer zusätzlichen Hinterbliebenenabsicherung für den Ehepartner/Kinder verbunden werden. Ebenso ist auch eine ergänzende Absicherung für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit möglich.

Grundsätzlich können alle eine Rürup-Rente abschließen. Abhängig vom Einzelfall, ist sie u.U. gerade für nicht gesetzlich rentenversicherte Selbstständige, Gewerbetreibende und Freiberufler geeignet, da sie sich steuerbegünstigt eine Zusatzrente aufbauen können und die Einzahlungen in der Ansparphase relativ flexibel erfolgen können. Aber auch sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer mit überdurchschnittlichem Einkommen und hohem Steuersatz und für über 60 jährige kann sie eine Ergänzung oder Alternative sein.

Die Beiträge zu einer Rürup-Rente können gemeinsam mit möglichen Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, zu landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungswerken als Sonderausgaben bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Für Singles gilt dabei ein Höchstbeitrag von 20.000 Euro als Sonderausgabe. Bei zusammen veranlagten Eheleuten verdoppelt sich dieser Betrag. (Beachte: Bei Beamten wird der Höchstbetrag um fiktive Beiträge zur Rentenversicherung gemindert.) Die Beiträge werden aber bis 2025 nur anteilig berücksichtigt. Für 2008 bedeutet dies einen maximal anzurechnenden Höchstbetrag von 13.200 Euro bzw. 26.400 Euro. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 66 %, der bis 2025 jährlich um jeweils 2 % ansteigt.

Auch bei der Rürup-Rente gilt wie bei der gesetzlichen Altersrente das Prinzip der sukzessiven Überleitung zu einer nachgelagerten Besteuerung. D.h. ab dem Jahr 2040 sind die Rentenzahlungen dann voll steuerpflichtig.

Beachte: Für Selbstständige, die bereits hohe Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen lohnt sich die Rürup-Rente meist nur, wenn sie den jährliche Höchstbeitrag von 20.000 Euro zahlen. Ist es weniger, erzielen andere Vorsorgeanlagen vielfach mehr Rendite.

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | Z