Lexikon


Pensionsfonds

Pensionsfonds sind neu geschaffene, selbständige Versorgungseinrichtungen, die dem Arbeitnehmer oder seinen Hinterbliebenen Rechtsansprüche auf künftige Leistungen einräumen. Sie gewähren in jedem Fall lebenslange Leistungen in Form von Leibrenten oder Auszahlungsplänen. Pensionsfonds dürfen bis zu 100 % des Kapitals in Aktien anlegen. Dieser Durchführungsweg ist damit in der Anlage freier als Direktversicherung und Pensionskasse. Meist werden Beitragszusagen mit Mindestleistung gegeben. Beim Pensionsfonds haftet der Arbeitgeber für die Erfüllung der Leistungen. Deshalb muss er sich bei der gesetzlichen Insolvenzsicherung rückversichern, die einspringt, wenn ein Arbeitgeber Betriebsrenten nicht mehr zahlen kann.

a) Förderfähig sind Beiträge, die aus dem individuell steuerpflichtigen Einkommen des Arbeitnehmers stammen, können durch Zulagen und Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG gefördert werden. Dann fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Diese Förderung muss vom Arbeitgeber ausdrücklich verlangt werden.

b) Nicht förderfähig durch Zulagen sind die Beiträge, die aus Entgeltumwandlung stammen, wenn sie in Höhe von bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei gestellt sind. Diese Beiträge sind bis ein- schließlich 2008 sozialversicherungsfrei. Deshalb ist dieser Weg für besser verdienende Arbeitnehmer oft attraktiver.

Pflegeversicherung der Rentner

Rentner, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, sind ebenso in der Pflegeversicherung pflichtversichert. Die Beiträge werden seit April 2004 allein von den Rentnern getragen.

Pflegezeiten

Pflegepersonen sind Personen, die nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen mindestens 14 Stunden pro Woche in dessen häuslicher Umgebung pflegen. Seit April 1995 werden für Pflegepersonen Beiträge zur Rentenversicherung entrichtet. Dabei werden bei der Rentenberechnung für die Pflegezeit fiktive Verdienste zugrunde gelegt, die nach dem Umfang der Pflege sowie den Stufen der Pflegebedürftigkeit gestaffelt sind. Die Pflegeleistungsträger also die Pflegekassen bzw. private Versicherungsunternehmen bringen die aus diesen angenommenen Verdiensten errechneten Beiträge auf.

Beachte: Betreuen Sie ein pflegebedürftiges Kind bis zu dessen 18. Lebensjahr, so erfolgt eine Höherbewertung der durch die Pflegekasse gezahlten Beiträge. Siehe: Kindbezogene Höherbewertung von Beitragszeiten

Private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung verbindet Kapitalanlage und Versicherung. Sie gewährt in der Regel eine lebenslange Leibrente aber es sind auch Auszahlpläne mit variablen Raten zulässig. Neben der für die Zertifizierung zwingend erforderlichen Absicherung im Alter kann zusätzlich eine Absicherung bei verminderter Erwerbsfähigkeit und Tod erfolgen. Enthält der Vertrag eine Hinterbliebenensicherung, so erhalten bei Tod des Versicherten der im Haushalt lebende Ehegatte oder die kindergeldberechtigten Kinder Leistungen. Die Leistungen der privaten Rentenversicherung bestehen in der Regel aus einer garantierten Mindestrente zuzüglich einer nicht garantierten Überschussbeteiligung. Zurzeit beträgt die garantierte Mindestverzinsung der angelegten Beiträge 2,25 Prozent. Durch die Überschussbeteiligung werden aber meist höhere Erträge erzielt. Bei der privaten Rentenversicherung handelt es sich nach allgemeiner Einschätzung um eine Altersvorsorgeanlage mit vergleichsweise geringem Risiko und mittleren Ertragschancen. Sofern private Rentenversicherungen die im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) vorgeschriebenen Förderkriterien erfüllen und durch die BaFin zertifiziert sind, ist staatliche Riester-Förderung hierfür möglich. Anders als bei herkömmlichen, nicht geförderten privaten Rentenversicherungen wird jedoch bei Kündigung eines geförderten Vertrages, bei schädlicher Verwendung, bei Anbieterwechsel oder bei vorzeitigem Tod nicht der Rückkaufswert ausgezahlt, sondern das gebildete Kapital, dass in der Regel höher ist als der Rückkaufswert. Erfolgt die Kapitalanlage bei der privaten Rentenversicherung zum Teil in Investmentfonds, spricht man von einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Hier ist in der Regel die garantierte Rente, die sich aus der Mindestverzinsung ergibt, geringer, die Ertragschancen und die Risiken sind demgegenüber häufig höher. Eine Mindestlaufzeit ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen, aber wegen der Abschlusskosten werden Verträge meist nicht unter 10 Jahren Laufzeit angeboten.

Pensionskasse

Eine Pensionskasse ist eine Art Versicherung, deren Zweck darauf beschränkt ist, Versorgungsleistungen für die Arbeitnehmer der angeschlossenen Unternehmen zu erbringen. Sie räumt dem Arbeitnehmer und seinen Hinterbliebenen Rechtsansprüche auf künftige Leistungen ein.

a) Für Zulagen und die steuerliche Förderung durch Sondersausgabenabzug gilt das Gleiche wie bei Pensionsfonds.

b) Nicht förderfähig sind Beiträge zu Pensionskassen, die einmalige Kapitalausschüttungen vorsehen. Eine Förderung scheidet außerdem aus, wenn die Beiträge

Die Pauschalversteuerung der Beiträge ist seit 2002 nur noch möglich, soweit sie 4% der Beitragsbemessungsgrenze (West) in der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigen. Im Fall der Pauschalsteuer unterliegen die Leistungen dann in der Auszahlungsphase der Ertragsanteilbesteuerung.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Teil der Sozialversicherung und hat die Aufgabe, Pflegebedürftigen Hilfe zu leisten, die wegen der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit bei Verrichtungen des täglichen Lebens auf fremde Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Über die soziale Pflegeversicherung sind Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sowie deren Familienangehörige, z.B. Ehepartner versichert. Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.

Die Pflegeversicherung dient also der sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit und erbringt Leistungen bei häuslicher Pflege und bei stationärer Pflege. Die Pflegebedürftigkeit unterteilt sich in 3 Stufen:

Pflegestufe I = erhebliche Pflegebedürftigkeit

Pflegebedarf: Mind. 1x täglich Hilfebedarf bei insgesamt zwei Verrichtungen der Grundpflege, z.B. Ankleiden, Toilette etc. sowie mehrfache wöchentliche hauswirtschaftliche Versorgung

Zeitaufwand: mehr als 45 Minuten Grundpflege von einem Mindestzeitaufwand von 1,5 Stunden täglich

Die Leistungen der Pflegeversicherung in Pflegestufe I:

Bei vollstationärer Unterbringung im Pflegeheim bis zu 1.023 Euro/Monat

Bei häuslicher Pflege durch entsprechendes Fachpersonal bis zu 384 Euro/Monat

Bei häuslicher Pflege durch sonstige Personen (Angehörige) bis zu 205 Euro/Monat

Pflegestufe II = Schwere Pflegebedürftigkeit

Pflegebedarf: mindestens 3x täglich Hilfebedarf zu verschiedenen Tageszeiten bei Verrichtungen der Grundpflege sowie mehrfache wöchentliche hauswirtschaftliche Versorgung

Zeitaufwand: mindestens 2 Stunden Grundpflege von einem Mindestzeitaufwand von 3 Stunden täglich

Die Leistungen der Pflegeversicherung in Pflegestufe II:

Bei vollstationärer Unterbringung im Pflegeheim bis zu 1.279 Euro/Monat

Bei häuslicher Pflege durch entsprechendes Fachpersonal bis zu 921 Euro/Monat

Bei häuslicher Pflege durch sonstige Personen (Angehörige) bis zu 410 Euro/Monat

Pflegestufe III = Schwerste Pflegebedürftigkeit

Pflegebedarf: 24 h –auch nächtlicher Hilfebedarf- bei Verrichtungen der Grundpflege sowie mehrfache wöchentliche hauswirtschaftliche Versorgung

Zeitaufwand: mindestens 4 Stunden Grundpflege von einem Mindestzeitaufwand von 5 Stunden täglich

Die Leistungen der Pflegeversicherung in Pflegestufe II:

Bei vollstationärer Unterbringung im Pflegeheim bis zu 1.432 Euro/Monat, bei einem Härtefall bis zu 1.688 Euro/Monat

Bei häuslicher Pflege durch entsprechendes Fachpersonal bis zu 1.432 Euro/Monat, bei einem Härtefall bis zu 1.918 Euro/Monat

Bei häuslicher Pflege durch sonstige Personen (Angehörige) bis zu 665 Euro/Monat

Pflegerentenversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung kann um eine private Pflegerentenversicherung ergänzt werden. Wird der Versicherte während der Versicherungsdauer pflegebedürftig, wird je nach Pflegestufe eine lebenslange Rentenleistung gezahlt. Bei der selbstständigen Pflegerentenversicherung kann zusätzlich eine Altersrente vereinbart werden, die ab dem im Vertrag festgesetzten Alter die Pflegerente ablöst.

Pflichtbeiträge

Pflichtbeiträge sind die Beiträge, die durch gesetzliche Verordnungen aufgrund einer Pflichtversicherung auf Antrag zu zahlen sind bzw. als gezahlt gelten, wie z.B. Kindererziehungszeiten.

Pflichtversicherung Selbstständiger

Über die Pflichtversicherung für abhängig Beschäftigte hinaus, besteht auch für bestimmte Gruppen von Selbstständigen die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu zählen bspw. Künstler, Lehrer, Publizisten, Erzieher und in der Handwerkerrolle eingetragene Handwerker.

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