Lexikon


Nachgelagerte Besteuerung

Im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung sind Beiträge, die in eine staatlich geförderte Altersvorsorge bzw. in die gesetzliche Rentenversicherung fließen während der Ansparphase steuerfrei. In der Auszahlungsphase müssen die Leistungen dann allerdings versteuert werden.

Nachhaltigkeitsfaktor

Der Nachhaltigkeitsfaktor soll der demographischen Entwicklung Rechnung tragen. Das heißt, dass sowohl die Entwicklung der Erwerbstätigkeit als auch die der Geburten sowie die steigende Lebenserwartung die Höhe der jährlichen Rentenanpassung beeinflussen. Je nachdem, ob die Anzahl der Beitragszahler sinkt oder steigt, wird demnach die Rentenanpassung vorgenommen - ein hohes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsaufkommen wird demnach auch die Rentenhöhe positiv beeinflussen.

Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde mit dem Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz eingeführt und wurde erstmals im Juli 2005 bei der Rentenanpassung angewendet.

Nachhaltigkeitsrücklage

Die früher als Schwankungsreserve bekannte Nachhaltigkeitsrücklage stellt eine finanzielle Reserve der Rentenversicherung dar und soll die unterjährigen Einnahme- und Ausgabeschwankungen ausgleichen. Über die Höhe gibt es auf politischer Ebene immer wieder Diskussionen. Zurzeit muss der Beitragssatz so festgesetzt sein, dass am Jahresende die Rücklage das 0,2-fache einer Monatsausgabe nicht unterschreitet und das 1,5-fache einer Monatsausgabe nicht überschritten wird.

Nachteilsausgleich für Mehrfacherziehung

Kindererziehende Personen, die aufgrund der gleichzeitigen Erziehung von mehreren Kindern unter 10 Jahren nicht erwerbstätig sind, werden für jedes Jahr der Mehrfacherziehung außerhalb der Kindererziehungszeiten Entgeltpunkte gutgeschrieben.

Treffen Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Zeiten der Pflege eines pflegebedürftigen Kindes (keine erwerbsmäßige Pflege) mit den enstprechenden Zeiten für ein anderes Kind zusammen, werden dafür 0,33 Entgeltpunkte gezählt. Dies gilt für Zeiten ab 1992 und bei Erfüllung von 25 Jahren Wartezeit bis zum Rentenbeginn. Kinderberücksichtigungszeiten werden dabei mitgezählt.

Niveausicherungsklausel

Die Niveausicherungsklausel soll verhindern, dass das durchschnittliche Rentenniveau im Verhältnis zu den Erwerbseinkommen unter eine bestimmte Grenze fällt. So sieht das Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent bis zum Jahr 2020 bzw. 43 Prozent bis zum Jahr 2030 vor. Dieses Mindestrentenniveau soll nicht unterschritten werden. Das bedeutet: Wer 45 Jahre Beiträge auf der Basis des jeweiligen Durchschnittsentgelts gezahlt hat, soll eine Nettorente vor Steuern erhalten, die bis 2020 bei mindestens 46 Prozent des Netto-Durchschnittsentgelts vor Steuern liegt.

Die Niveausicherungsklausel zeigt so den Beitragszahlern der gesetzlichen Rentenversicherung wie groß ihre Deckungslücke ist bzw. welches Sicherungsniveau sie im Alter erwarten können. Allein anhand des Mindestrentenniveaus kann also schon der dringende Bedarf nach ergänzender privater Altersvorsorge bei den in der gesetzlichen Rente Versicherten abgelesen werden.

Beachte: Bei der Niveausicherungsklausel handelt es sich weder um eine Mindestrente noch um die soziale Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Nominalwertzusage

Mit der Nominalwertzusagesagtder Anbieter eines Altersvorsorgevertrages zu, dass zu Beginn der Auszahlungsphase des Vertrages mindestens ein Kapital in Höhe der eingezahlten Altersvorsorgebeiträge einschließlich Zulagen zur Verfügung steht.

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