Lexikon


Kapitalwahlrecht

Bei einer privaten Rentenversicherung besteht in vielen Fällen das Recht des Versicherten am Ende der Aufschubzeit oder zu Beginn der Rentenzahlung zwischen einer laufenden Rentenzahlung oder einer einmaligen Geldleistung zu wählen. Die Höhe dieser Kapitalabfindung entspricht dem Einmalbetrag, der für eine Sofortrente in gleicher Höhe wie die ursprünglich vereinbarte Rente zu leisten wäre.

Kapitalertragsteuer

Die Kapitalertragssteuer stellt einen Teil der Einkommenssteuer dar. Mit ihr werden Erträge aus Zinsgewinnen der Sparanteile bei Lebensversicherungen, aus den Einnahmen stiller Gesellschafter sowie aus Wertpapieren besteuert. Sind die Erträge steuerpflichtig und der Kapitalanleger hat keinen Freistellungsauftrag erteilt, so behält das Versicherungsunternehmen bzw. die auszahlende Stelle die Kapitalertragssteuer ein und führt diese an das Finanzamt ab. Die so geleistete Steuervorauszahlung kann auf die Einkommenssteuer angerechnet werden.

Beachte: Ab 2009 tritt die neue Abgeltungssteuer in Kraft.

Krankenversicherung der Rentnerinnen und Rentner

Rentner müssen grundsätzlich auch Beiträge zur Krankenversicherung leisten. Dieser wird von der Rente einbehalten und an die jeweilige Kasse abgeführt. Von der Höhe entspricht der Beitrag wie bei Arbeitnehmern dem hälftigen Beitragsatz je nach der Höhe des individuellen Satzes der Krankenkasse. Privat oder freiwillig krankenversicherte Rentner müssen ihre Versicherungsbeiträge selbst zahlen. Sie können aber auf Antrag einen Beitragszuschuss vom Rentenversicherungsträger erhalten.

Künstlersozialversicherung

Auch selbstständige Künstler und Publizisten sind nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz in der gesetzlichen Rentenversicherung über die Künstlersozialkasse (KSK) pflichtversichert. Die künstlerische bzw. publizistische Tätigkeit muß dabei auf in erwerbsmäßigem Umfange und auf Dauer angelegt sein.

Beachte: Die KSK selbst ist kein Leistungsträger. D.h. man wird über die KSK in einer selbstgewählten gewählten Krankenkasse bzw. dem Träger der Rentenversicherung versichert.

Kinderberücksichtigungszeiten

Als Kinderberücksichtigungszeit zählt maximal der Zeitraum von der Geburt bis zum 10. Lebensjahr des Kindes. Bei zeitgleicher Erziehung mehrerer Kinder endet die Berücksichtigungszeit zehn Jahre nach der Geburt des jüngsten Kindes. Kinderberücksichtigungszeiten steigern zwar nicht direkt die Rentenhöhe, sie können aber –sofern bei der Rentenversicherung beantragt- auf verschiedene Wartezeiten in der gesetzlichen Rente angerechnet werden:


Kindererziehungszeit

Kindererziehungszeiten sind Versicherungsjahre und haben rentensteigernde Wirkung, da der Bund für diese Zeiten pauschal Beiträge entrichtet.

Als Kindererziehungszeit werden dem Rentenkonto angerechnet:

Hierbei werden aber für West und Ost unterschiedliche Beträge bei der Rente berücksichtigt. So werden zurzeit in den alten Bundesländern rd. 26 Euro/Jahr Kindererziehung und in den neuen Bundesländern 23 Euro/Jahr Kindererziehung gutgeschrieben.

Die anrechenbare Kindererziehungszeit gilt für jedes Kind. Wenn Sie also beispielsweise 4 Kinder haben, wovon eins vor dem 1.1.1992 geboren wurde, werden 10 Jahre (3x3 Jahre + 1 Jahr) als Kindererziehungszeit gezählt.

Beachte: Auch wenn Sie während der Kindererziehung arbeiten, sind diese Zeiten wichtig, da neben den Rentenbeiträgen aus Ihrer Beschäftigung die Zeiten der Kindererziehung für die spätere Rente angerechnet werden.

Ebenso müssen Sie beachten, dass die Erziehungszeit grundsätzlich nur auf Antrag bei dem Rentenversicherungsträger berücksichtigt werden und auch nur bei dem Elternteil angerechnet werden, der das Kind überwiegend erzogen hat. Wird keine anderweitige Erklärung von den Eltern abgegeben, so werden die Zeiten normalerweise bei der Mutter angerechnet. Bei gemeinsamer Erziehung können die Eltern durch eine übereinstimmende Erklärung aber festlegen, wem diese Zeiten angerechnet werden.

Kinderzulage

Für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, gibt es bei der Förderung der zusätzlichen privaten Altersvorsorge seit 2008 eine Kinderzulage von 185 €. Für alle ab dem 01.01.2008 geborenen Kinder gibt es 300 Euro.

Kindbezogene Höherbewertung von Beitragszeiten

Für Kindererziehende, die in der Kinderberücksichtigungszeit bzw. während der Zeit der nicht erwerbsmäßigen Pflege eines pflegebedürftigen Kindes bis zu dessen 18. Lebensjahr erwerbstätig sind, werden zusätzliche Entgeltpunkte für Pflichtbeiträge ermittelt. Bei der Rentenberechnung werden danach unterdurchschnittliche Entgelte um 50 Prozent bis auf maximal 100 Prozent des Durchschnittsentgelts erhöht. Dies gilt für Beitragszeiten ab 1992 und bei Erfüllung von 25 Jahren Wartezeit bis Rentenbeginn. Die Kinderberücksichtigungszeiten zählen dabei mit.

Beachte: Nachteilsausgleich für Mehrfacherziehung

Kontenklärung

Mit der Kontenklärung sorgt der Rentenversicherungsträger dafür, dass die im Versicherungskonto gespeicherten Daten vollständig und geklärt sind und hilft Lücken aufzudecken und gegebenenfalls zu berichtigen. Der Versicherte ist verpflichtet an dem Kontenklärungsverfahren aktiv mitzuwirken. Hierbei muss er insbesondere prüfen, ob der vom Rentenversicherungsträger angegebene Versicherungsverlauf richtig und vollständig ist. Ist er das nicht sind eventuelle Fehlzeiten durch Belege beim Rentenversicherer nachzuweisen. Nach der Kontenklärung wird der Versicherungsverlauf dem Versicherten zugesendet. Wird dem dargestellten Inhalt seitens des Versicherten nicht innerhalb von 6 Monaten widersprochen, so werden die im Versicherungsverlauf enthaltenen Daten, die länger als 6 Kalenderjahre zurückliegen, durch Bescheid festgelegt.

Krankengeld

Krankengeld wird in der Regel nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch die Krankenkasse geleistet. Der Versicherte erhält dabei 70% des Regellohns, wobei das entgangene regelmäßige Nettoarbeitsentgelt nicht überschritten werden darf. Die Zahlung von Krankengeld wegen derselben Krankheit bleibt auf 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit an beschränkt.

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