Problematik

Versorgungslücke

Mit dem Einstieg in die Riester-Rente Anfang 2002 ist offiziell geworden, was lange schon bekannt ist: Die gesetzliche Rente muss dringend durch private Vorsorge ergänzt werden.

In der gesetzlichen Rente ist lediglich eines ganz sicher: In der bisherigen Form wird sie nicht mehr weiter bestehen. Sie kann den Menschen langfristig nur eine Grundsicherung bieten. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss privat vorsorgen.

Für die Krise sorgt der demografische Wandel: Medizinischer Fortschritt, Wohlstand und verbesserte Arbeitsverhältnisse lassen die Menschen älter werden. Dazu kommt der Geburtenrückgang. Im Ergebnis steigt der Altersdurchschnitt unserer Gesellschaft, und der "Generationenvertrag" lässt sich nicht mehr halten. Das Verhältnis von Beitragszahler zu Rentner dürfte sich von 2:1 auf fast 1:1 im Jahr 2040 verschieben.

Diese Entwicklung hat dramatische Folgen für die Rentenkassen. Wenn es beim bisherigen Rentenniveau von 70 Prozent für den "Eckrentner" bliebe, würde der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung laut Bundesarbeitsministerium Bundesministerium für Arbeit und Soziales innerhalb von nur drei Jahrzehnten auf bis zu 26 Prozent steigen. Das würde die Beitragszahler unerträglich belasten und zudem massiv Arbeitsplätze gefährden. Dieses Dilemma kann die Rentenversicherung nur durch eine Verringerung ihrer Ausgaben bewältigen.


Einen ersten Schritt hat die Bundesregierung mit dem Einstieg in die staatlich geförderte kapitalgedeckte Alterssicherung getan. Gleichzeitig wird das gesetzliche Rentenniveau bis 2030 gesenkt. Diese Reform ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn der Staat hat den Bürgern damit erstmals signalisiert, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreicht und dass sie privat vorsorgen müssen, wenn sie ihren Lebensstandard sichern wollen. So gehen Berechnungen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger von einer Rentenzahlung von 46 Prozent für das Jahr 2020 und von 43 Prozent des letzten Nettolohnes im Jahr 2030 aus. Andere Experten prognostizieren sogar noch pessimistischere Werte.