100 Fragen & Antworten

   
  Die Eigenbeiträge
25. Reicht es, wenn ich den Förderbetrag anlege oder muss ich auch eigene Beiträge leisten?
26. Wie erfahre ich, wie hoch meine beitragspflichtigen Einnahmen im Vorjahr waren?
27. Wie hoch ist der Mindesteigenbeitrag, wenn ich Arbeitslosenunterstützung oder Krankengeld beziehe?
28. Ich bin als Selbständiger versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Nach welchem Einkommen bemisst sich mein Mindesteigenbeitrag?
29. Ich beziehe Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft. Nach welchem Einkommen bemisst sich mein Mindesteigenbeitrag?
30. Nach welchem Einkommen bemisst sich der Mindesteigenbeitrag bei Beamten und vergleichbaren Personengruppen?
31. Muss ich auch dann einen Beitrag aus Eigenmitteln leisten, wenn die staatlichen Zulagen bereits höher sind als der Mindesteigenbeitrag?
32. Kann ich auch mehr als den Mindesteigenbeitrag einzahlen?
33. Was passiert, wenn ich weniger als den Mindestbeitrag einzahle oder meinen Beitrag gar nicht mehr bezahlen kann?
   
  Die Antworten
25. Grundsätzlich gilt: Ohne Eigenleistung gibt es keine staatliche Förderung. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, muss ein Mindesteigenbeitrag geleistet werden. Er setzt sich aus Eigenleistung und staatlicher Förderung zusammen. Insgesamt macht er einen bestimmten Anteil des Jahresbruttoeinkommens aus. Maßgeblich für die Bestimmung des Mindesteigenbeitrags sind die Einnahmen des dem Beitragsjahr vorangegangenen Kalenderjahres. In der Regel ist dies Ihr rentenversicherungspflichtiges Einkommen (siehe Fragen 26 - 29). Der zu leistende Mindesteigenbeitrag ist außerdem durch die Höchstbeträge für den steuerlichen Sonderausgabenabzug (siehe Frage 20) „gedeckelt“: Eigenbeiträge und Zulagen müssen also zusammen den Höchstbetrag nicht überschreiten, wenn man die volle staatliche Förderung erhalten will. Wie hoch der Eigenanteil absolut – d.h. in Euro ausgedrückt – ist, hängt stets von der Höhe des Vorjahreseinkommens und von der Höhe der Zulagen ab. Der Mindest-eigenbeitrag kann – wie die Zulagen – nur auf höchstens zwei Verträge verteilt werden (siehe Frage 23). Eine Besonderheit bei der Berechnung des Mindest-eigenbeitrages ist wiederum für den Fall der abgeleiteten Förderung eines Ehegatten zu beachten (siehe Frage 8): Hier muss nur der unmittelbar förderberechtigte Ehepartner einen Mindesteigenbeitrag leisten, damit beide die volle Zulage bekommen. Der Ehegatte, der nur abgeleitet zulagenberechtigt ist, muss keine Eigenmittel einzahlen; es reicht, wenn er die Zulagen auf seinen Vertrag abführt. In diesem Fall sind bei der Ermittlung des Mindesteigenbeitrages des unmittelbar förderfähigen Ehepartners die Zulagen für beide Ehepartner (einschließlich Kinderzulagen) abzuziehen. Achtung: Wer Kinder erzieht, ist während der rentenversicherungsrechtlichen Kindererziehungszeit (maximal für die ersten drei Lebens-jahre eines jeden Kindes) nicht abgeleitet, sondern unmittelbar förderberechtigt (siehe Frage 6). Die Kindererziehungszeit ist eine Zeit der Pflichtversicherung – mit der Besonderheit, dass der Staat die Zahlung der Rentenversicherungsbeiträge übernimmt. In diesem Fall muss der Erziehende einen Mindesteigenbeitrag leisten. Hat er im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr kein eigenes Einkommen erzielt, dann ist der Sockelbetrag (siehe Frage 30) maßgeblich. Gleiches gilt während der Elternzeit bei Beamten (3 Jahre) sowie bei nicht erwerbsmäßiger Pflege, wenn die Pflegeversicherung Rentenversicherungsbeiträge zahlt.
26. Wenn Sie durchgehend bei einem Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, erhalten Sie von Ihm einmal im Jahr eine Jahresmeldung zur Sozialversicherung. Daraus ergibt sich, wie hoch Ihr rentenversicherungspflichtiges Entgelt im Vorjahr war. Bei Arbeitgeberwechseln und anderen Veränderungen erhalten Sie Änderungsmeldungen. Auch aus dem Summenteil Ihrer Lohn- und Gehaltsabrechnung für den Monat Dezember ergibt sich, wie hoch Ihr rentenversicherungspflichtiges Entgelt im abgelaufenen Jahr war. Sofern Sie pflichtversichert sind, aber selbst Beiträge abführen, erhalten Sie jährlich eine Bescheinigung von Ihrem Rentenversicherungsträger. Bei bestimmten Personen (z.B. Mitarbeiter in Behindertenwerkstätten, Altersteilzeitarbeitnehmer) sind die beitragspflichtigen Einnahmen höher als das tatsächlich erzielte Entgelt. Der Arbeitgeber zahlt dann Rentenversicherungsbeiträge auf der Grundlage eines fiktiven Verdienstes, der höher ist als das, was die Person ausgezahlt bekommt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Personen im Alter über eine bessere finanzielle Absicherung verfügen. In diesen Fällen ist das niedrigere, tatsächlich erzielte Entgelt – also das, was ausgezahlt wird, aber vor Steuern – Grundlage für die Berechnung des Mindesteigenbeitrages.
27. Bei Beziehern von Lohnersatzleistungen ist der tatsächliche Zahlbetrag der Lohnersatzleistung (Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Krankengeld etc.) für die Bemessung des Mindesteigenbeitrages maßgeblich. Ruht die Leistung wegen Anrechnung von Einkommen oder Vermögen, so ist der Sockelbetrag zu entrichten. Auch hier gilt: Es kommt immer auf das Vorjahr an! Wenn Sie also erst im laufenden Jahr arbeitslos oder krank werden, so berechnet sich der Mindesteigenbeitrag trotzdem nach Ihrem Vorjahreseinkommen.
28. Wenn Sie als Selbständiger (gegebenenfalls auch auf Antrag) pflichtversichert sind, sind Sie auch förderberechtigt. Maßgeblich für Ihren Mindesteigenbeitrag sind dann grundsätzlich die rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des Vorjahres. Das Rentenversicherungsrecht sieht für Selbständige verschiedene Möglichkeiten vor, die „Beitragsbemessungsgrundlage“ zu ermitteln, nach der sich die Höhe der Rentenversicherungsbeiträge errechnet. Für Ihren Mindestbeitrag ist dabei diejenige Größe entscheidend, die Ihrer Beitragszahlung im Vorjahr zu Grunde gelegen hat. Diese können Sie der jährlichen Beitragsbescheinigung entnehmen, die Ihnen Ihr Rentenversicherungsträger jeweils bis Ende Februar des Folgejahres zusendet. Sollten Sie Fragen zur Bemessung des Beitrages haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Rentenversicherungsträger. Zu den Besonderheiten für Landwirte siehe Frage 29.
29. Pflichtversicherte in der Alterssicherung der Landwirte sind förderberechtigt. Das für die Bemessung des Mindesteigenbeitrags maßgebliche Einkommen sind hier die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (im Sinne des § 13 EStG). Dabei können an Stelle der Einkünfte des Vorjahres auch die Einkünfte des vorvergangenen Jahres zu Grunde gelegt werden. Bei Nebenerwerbslandwirten und Haupterwerbslandwirten mit versicherungspflichtigen Nebeneinnahmen sind die beiden Einkommen zu addieren, d.h. maßgeblich ist die Summe aus den rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des Vorjahres und den Einkünften aus Land und Forstwirtschaft des vorvergangenen Jahres. Weitere Informationen erteilen Ihnen gerne die Landwirtschaftlichen Alterskassen.
30. Grundlage der Berechnung des Mindesteigenbeitrages ist die bezogene Besoldung bzw. die bezogenen Amtsbezüge. Dabei handelt es sich im Grundsatz um die Einnahmen, die beitragspflichtig wären, wenn Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung bestünde. Zur Besoldung gehören neben dem Grundgehalt auch Familienzuschläge, Zulagen, Vergütungen, Zuschüsse zum Grundgehalt (bei Professoren), Anwärterbezüge, jährliche Sonderzuwendungen, Urlaubsgeld und vermögensbildende Leistungen. All diese Bestandteile der Besoldung werden demnach auch bei der Berechnung des Mindesteigenbeitrages herangezogen. Nur auslandsbezogene Besoldungsbestandteile bleiben unberücksichtigt.
31. Ja. Auch wenn die staatlichen Zulagen bereits 1 % - 4 % Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens entsprechen oder diesen Betrag sogar übersteigen, müssen Sie – um die maximale Zulage zu erhalten – einen Sockelbetrag aus eigenen Mitteln leisten (siehe Tabelle). Zahlen Sie nur einen Teil des Sockelbetrages, können Sie die Zulage anteilig erhalten (siehe Frage 31). Eine Ausnahme gilt wiederum für den Ehegatten mit einer abgeleiteten Förderung, der selbst keine Beiträge aus Eigenmitteln leisten muss (siehe Frage 8).
32. Ja. Die steuerliche Förderung ist allerdings begrenzt auf die Höchstbeträge für den Sonderausgabenabzug (siehe Frage 20). Im Hinblick auf die Beiträge, die über die Höchstfördergrenze hinausgehen, entfällt auch der besondere Pfändungsschutz (siehe Frage 98). Die auf nicht steuerlich geförderten Einzahlungen (Überzahlungen) Überzahlungen) beruhenden Leistungen werden im Alter wie andere nicht geförderte Sparformen besteuert (siehe Frage 89). Eine Besonderheit stellt das bei umgestellten Altverträgen bereits vor der Umstellung angesammelte Kapital dar (siehe Frage 60).
33. Wenn Sie den Mindesteigenbeitrag (siehe Frage 25) bzw. den Sockelbeitrag (siehe Frage 30) nicht vollständig leisten können, erhalten Sie auch keine volle Förderung. Wenn Sie einen Anteil des Mindesteigenbeitrages oder des Sockelbetrages leisten, erhalten Sie die Förderung dementsprechend anteilig. Zahlen Sie also beispielsweise nur die Hälfte des erforderlichen Eigenbeitrages, so erhalten Sie auch die Zulagen nur zur Hälfte. Wenn Sie Ihre Beiträge etwa wegen Arbeitslosigkeit oder aus anderen Gründen (auch zeitweise) nicht mehr zahlen können, haben Sie jederzeit das Recht, den Vertrag ruhen zu lassen. Das bedeutet: Sie zahlen nichts mehr ein, aber Ihr Vermögen kann weiter Zinserträge erzielen. Ruht der Vertrag während des gesamten Beitragsjahres, besteht kein Anspruch auf die Zulagen. Beachten Sie schon bei Vertragsabschluss, dass manche Anbieter für ruhende Verträge Verwaltungskosten in Rechnung stellen. Sie können den Altersvorsorgevertrag außerdem jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Quartalsende kündigen und das angesparte Kapital entnehmen. Auch hierfür verlangen manche Anbieter üppige Gebühren, die aber vor Vertragsabschluss bekannt gegeben werden müssen. Da die vorzeitige Kündigung ein Fall der „schädlichen Verwendung“ ist (siehe Frage 94), verlieren Sie dann aber die staatliche Förderung. Außerdem sind die angefallenen Zinsen zu versteuern.