100 Fragen & Antworten

   
  Art und Höhe der staatlichen Förderung
17. Welche Zulagen gewährt der Staat und wie hoch sind diese?
18. Sonderausgabenabzug – Was ist das?
19. Kann ich über die Zulagen hinaus auch den Sonderausgabenabzug geltend machen?
20. Bis zu welcher Höhe kann ich die Beiträge zum Altersvorsorgevermögen beim Sonderausgabenabzug geltend machen?
21. Wir sind als Ehepaar steuerlich zusammen veranlagt. Kann der Sonderausgabenabzug meines Partners auf mich übertragen werden, wenn sie/er den Sonderausgabenabzug nicht ausschöpft?
22. Wofür soll ich mich entscheiden – für den Sonderausgabenabzug oder für die Zulagen?
23. Kann ich die Förderung auch auf mehrere Verträge verteilen oder muss sie in einen Vertrag fließen?
24. Gibt es weitere Steuervorteile oder sonstige Fördermöglichkeiten für Aufwendungen zur Altersvorsorge?
   
  Die Antworten
17. Die Zulagenförderung gliedert sich in eine Grundzulage und in eine Kinderzulage. Die Grundzulage steigt von 38 Euro im Jahr 2002 auf 154 Euro im Jahr 2008; die Kinderzulage steigt im selben Zeitraum von 46 Euro auf 185 Euro. Die Zulagengewährung ist daran gebunden, dass Sie einen eigenen Sparbeitrag leisten (zum Mindesteigenbeitrag siehe Frage 25, zum Sonderfall bei Ehegatten siehe Frage 8). Die Kinderzulage wird für Kinder gewährt, für die ein Kindergeldanspruch besteht. Bei zusammenlebenden verheirateten Eltern fließt sie der Mutter zu, sofern die Eltern nichts anderes bestimmen (siehe Frage 8, zu Alleinerziehenden siehe Frage 12). Eltern mit mehreren Kindern können in diesem Fall die Kinderzulagen zwischen sich aufteilen. Den Zulageanträgen beider Ehegatten muss dann jeweils der Ergänzungsbogen - Kinderzulage - beigefügt werden (zum Zulagenantrag siehe Frage 36). Leben die Eltern getrennt, steht die Kinderzulage demjenigen zu, der am Jahresanfang das Kindergeld erhält. Die Kinderzulage wird pro Kind nur einmal gewährt. Besteht nur für einen Teil des Jahres Kindergeldberechtigung, so wird die Kinderzulage trotzdem voll gezahlt.
18. Der Sonderausgabenabzug ist ein steuerlicher Freibetrag bei der Einkommenssteuererklärung. Er bewirkt, dass Sie für einen Teil ihres Einkommens keine Steuern zahlen müssen, weil Sie ihn in einer ganz bestimmten Weise verwenden. Die Verwendung liegt hier in der Zahlung von Beiträgen zur geförderten Altersvorsorge. Mit dem Sonderausgabenabzug sollen diese Beiträge im Ergebnis steuerfrei gestellt werden. Ihre Steuerersparnis ist um so höher, je höher Ihre Eigenleistung und je höher Ihr Steuersatz ist (zu den Einzelheiten des Verfahrens siehe Frage 39, zu den Höchstbeträgen siehe Frage 20).
19. Als Steuerpflichtiger, der zum förderberechtigten Personenkreis gehört (siehe Frage 6), können Sie bei der Einkommensteuererklärung einen Sonderausgabenabzug (siehe Frage 18) geltend machen (zum Verfahren siehe Frage 39). Das Finanzamt prüft, was für Sie günstiger ist (Zulage oder Sondersausgabenabzug) und erstattet Ihnen gegebenenfalls den zusätzlichen Steuervorteil (siehe Frage 22). Im Ergebnis erhalten Sie dadurch entweder die Zulagenförderung oder die Förderung im Rahmen des Sonderausgabenabzugs. Weil durch die Günstigerprüfung des Finanzamtes sichergestellt ist, dass Ihre Förderung mindestens so hoch ist wie eine Steuerfreistellung, gelten auch zulagegeförderte Altersvorsorgebeiträge als steuerfrei (zur Besteuerung in der Leistungsphase siehe Frage 89). Um die höchst mögliche Förderung zu erhalten, muss Ihr Eigenbeitrag in voller Höhe geleistet sein (siehe Fragen 25 33) und Sie müssen in jedem Fall die Zulage beantragen (siehe Frage 36) und eine Steuererklärung abgeben (siehe Frage 39).
20. Für die Beiträge zur Altersvorsorge gilt ein zusätzlicher Höchstbetrag. Sie können, selbst wenn Sie die Höchstbeträge für die sonstige Vorsorgeaufwendungen bereits erreicht haben, Altersvorsorgebeiträge bis zu einer Höhe von 525 € (2002 und 2003), 1.050 € (2004 und 2005), 1.575 € (2006 und 2007) und 2.100 € (ab 2008) geltend machen.
21. Nein. Wenn beide Ehegatten zum förderberechtigten Personenkreis gehören, steht jedem Ehegatten der Sonderausgabenabzug gesondert zu. Die Übertragung eines nicht ausgeschöpften Sonderausgabenabzugsbetrages auf den anderen Ehepartner ist ausgeschlossen. Etwas anderes gilt bei Ehepaaren, bei denen ein Ehepartner nur abgeleitet zulagenberechtigt ist (siehe Frage 8). Hier ist eine Übertragung für den Sonderausgabenabzug grundsätzlich vorgesehen. Voraussetzung für die steuerliche Berücksichtigung von Beiträgen zu Gunsten des abgeleitet förderberechtigten Ehepartners ist aber, dass der Sonderausgabenabzugsberechtigte selbst für seine Beiträge – inklusive der Zulagen für beide Ehegatten – nicht schon den Höchstbetrag ausgeschöpft hat.
22. Diese Entscheidung müssen Sie nicht selbst treffen. Was Sie tun müssen, um die staatliche Förderung zu erhalten, erläutert diese Broschüre im Abschnitt „Das Förderverfahren“ (ab Frage 34). Wenn Sie die dort genannten Schritte unternommen haben, prüft das Finanzamt für Sie, ob neben der gewährten Zulage aufgrund der persönlichen Einkommensverhältnisse ein steuerlicher Vorteil aufgrund des Sonderausgabenabzugs in Frage kommt (siehe Frage 39). Ist die Zulage höher als der Sonderausgabenabzug, wird nur die Zulage gewährt. Ergibt die Prüfung des Finanzamtes, dass der Sonderausgabenabzug günstiger ist, so wird bei der Einkommensteuerveranlagung der über die Zulage hinausgehende Betrag festgestellt und Ihnen überwiesen. Das Finanzamt teilt der Zentralen Stelle für Altersvorsorge (ZfA) den zusätzlichen Steuervorteil mit (siehe Frage 37).
23. Es besteht die Möglichkeit, die Zulagen (siehe Frage 17) auf maximal zwei Verträge zu verteilen. Sie können sich also zum Beispiel an einer betrieblichen Altersvorsorge beteiligen und daneben noch einen Vertrag mit einem privaten Anbieter abschließen. Im Rahmen der Höchstbeträge beim Sonderausgabenabzug (siehe Fragen 18 - 22) gibt es keine Begrenzung auf maximal zwei Verträge. Personen mit einer abgeleiteten Förderberechtigung als Ehegatte können sich nur einen Vertrag fördern lassen. Es wird nur der Vertrag gefördert, für den zuerst die Zulage beantragt wurde.
24. Ja. Diese Vorteile bzw. Fördermöglichkeiten können aber nicht für die selben Beiträge zusätzlich in Anspruch genommen werden, sondern nur alternativ zur „Riester-Förderung“ durch Zulagen und Sonderausgabenabzug. Für Beiträge zur privaten Altersvorsorge kann unter Umständen ein steuerlicher Abzug als Vorsorgeaufwendung (§ 10 EStG) in Frage kommen. Das ist der Freibetrag, der auch bisher schon die steuerliche Anerkennung von Vorsorgeaufwendungen bei der Einkommensteuererklärung sicherstellen sollte, darunter auch die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge. Er ist der Höhe nach begrenzt. Für einen großen Teil der Versicherten in der gesetzlichen Sozialversicherung ist diese Möglichkeit des Abzugs privater Vorsorgeaufwendungen im Ergebnis ausgeschlossen, weil ihr Freibetrag bereits durch die Anrechnung der Sozialversicherungsbeiträge „verbraucht“ ist. Als weitere Fördermöglichkeit im Bereich der privaten Altersvorsorge ist etwa die Arbeitnehmer- Sparzulage zu nennen, die bei bestimmten Anlageformen vom Staat gezahlt wird, wenn ein festgelegtes Einkommen nicht überschritten wird. Verträge, die durch die Arbeitnehmer-Sparzulage gefördert werden, können nicht durch Altersvorsorgezulagen gefördert werden und umgekehrt. In der betrieblichen Altersversorgung gibt es – alternativ zur Förderung durch Zulagen und Sonderausgabenabzug – folgende Steuererleichterungen: Beiträge zu Pensionsfonds und Pensionskassen (siehe Fragen 43 und 44) sind in Höhe von bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung künftig steuerfrei (siehe Frage 47). Es fallen – anders als bei der „Riester-Förderung“ – auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Man spricht in diesem Fall von „Bruttoumwandlung“, da sich durch die Entgeltumwandlung das steuer- und beitragspflichtige Bruttoeinkommen vermindert. Die Beitragsfreiheit gilt allerdings für Beiträge des Arbeitnehmers nur noch bis Ende 2008. Darüber hinaus besteht bei der betrieblichen Altersvorsorge in bestimmten Fällen (siehe Fragen 42 und 44) noch die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung von Beiträgen bis 1.752 Euro in Höhe von 20% der Beiträge, die ebenfalls in der Regel mit Sozialbeitragsfreiheit bis 2008 einhergeht.