Arbeitnehmer

Tipps

1. Hinweise zur Beantragung im Unternehmen
2. Allgemeine Hinweise

 

So können Sie vorgehen, um eine Betriebsrente zu erhalten

Erkundigen Sie sich beim Betriebsrat oder beim Chef, ob Ihr Arbeitgeber bereits eine betriebliche Altersversorgung anbietet.
Fragen Sie, ob Sie Teile Ihres Jahresverdiensts über eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds für eine Zusatzversicherung umwandeln können.
Existiert eine solche Einrichtung nicht, fragen Sie Ihren Chef nach einer Direktversicherung.
Sofern Sie tarifgebunden entlohnt werden, sind Sie in der Regel an das Tarifangebot gebunden.
Vergleichen Sie das betriebliche Altersversorgungsangebot mit Angeboten der privaten Vorsorge! Sie können unter Umständen auch beide Vorsorgeformen wahrnehmen.

 

Mögliche Fördermaßnahmen

Der Arbeitnehmer wandelt unabhängig von seinem Einkommen bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialversicherungsfrei über eine Unterstützungs- oder Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Directversicherung in eine Zusatzversicherung um.
Alternativ kann der Arbeitnehmer aus seinem Nettoverdienst in eine Riester-Police, Pensionskasse, Direktversicherung oder einen Pensionsfonds einzahlen und hierfür die Zulage und gegebenenfalls den steuerlichen Sonderausgabenabzug in Anspruch nehmen ("Riester-Förderung"). Diese Einzahlungen sind allerdings nicht sozialversicherungsfrei. Wenn der Arbeitgeber dem zustimmt, kann dies auch zusätzlich zu einer Gehaltsumwandlung geschehen.
Der Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung kann in allen fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung in Anspruch genommen werden sofern Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich darauf einigen.
Bitte beachten Sie, dass das Recht auf Entgeltumwandlung dem so genannten Tarifvorrang untergeordnet ist. Dies bedeutet für Mitglieder einer Gewerkschaft oder Beschäftigte, für die ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag gilt, dass sie ihren Tariflohn nur umwandeln können, wenn der Tarifvertrag es ausdrücklich vorsieht.
Mit dem Alterseinkünftegesetz 2005 gilt für alle erteilten Zusagen der betrieblichen Altersvorsorge nach dem 31.12.2004 die nachgelagerte Besteuerung. Das heißt, Ihre Beiträge zur Altersvorsorge in der Erwerbsphase bleiben bis zu einem jährlichen Höchstbetrag unversteuert. Erst im Alter, wenn Ihnen die Leistungen ausbezahlt werden, sind diese zu versteuern.

 

Wer die Chancen der Riester-Rente nutzen und fürs Alter vorsorgen will,
kommt in sechs Schritten ans Ziel.

Anspruch auf Förderung prüfen
Finanzen checken
Information und Beratung
Auswahl der Geldanlage
Antrag auf Förderung
Steuervorteile nutzen

 


Anspruch auf Förderung prüfen

Bei Ehepaaren reicht es aus, wenn ein Partner diese Anforderung erfüllt.

 

Finanzen checken

Zur Vorbereitung gehört eine Aufstellung aller Sparverträge, Fonds, Lebensversicherungen und sonstiger Geldanlagen, einschließlich der gesetzlichen Rente. Soll und kann ein Teil für die neue Altersvorsorge umgeschichtet werden? Eventuell können bereits laufende Verträge und Policen förderfähig sein, wenn sie vom Anbieter auf die neuen Bedingungen umgestellt werden. Wer die optimale Förderung bekommen will, muss darüber hinaus sein Einkommen aus dem Vorjahr ermitteln. Auskunft darüber gibt die Jahresmeldung des Arbeitgebers zur Sozialversicherung bzw. die Bruttolohnangabe auf der Lohnsteuerkarte.

Information und Beratung

Das Angebot an zertifizierten Altersvorsorge-Produkten ist vielfältig. Daher sollte man sich bei der Suche nach dem individuell geeigneten Produkt Zeit lassen und sich ausführlich informieren. Eine wichtige Frage ist, ob eine betriebliche oder eine private Altersvorsorge in Frage kommt.

Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung beraten ihre Versicherten auch in Fragen der zusätzlichen Altersvorsorge unabhängig und neutral.

Sie können sich aber auch an eine Verbraucherberatung wenden. Wer sich für eine private Altersvorsorge entschieden hat, sollte sich auch vom Anbieter beraten lassen.

 

Die Anbieter sind verpflichtet, auf folgende Punkte hinzuweisen

Höhe und Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten
Kosten für die Verwaltung Ihrer Geldanlage
Kosten beim Wechsel zu einer anderen Anlageform oder einem neuen Anbieter

 

Auswahl der Geldanlage

Welche der förderfähigen Anlageformen die Passende ist muss jeder selbst entscheiden. Einen förderfähigen Vertrag erkennt man an dem Hinweis: "Der Altersvorsorgevertrag ist zertifiziert worden und damit im Rahmen von §10a des Einkommensteuergesetzes förderfähig." Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, muss entsprechend des Einkommens eine bestimmte Eigenleistung erbracht werden. Der Anlageberater rechnet das bei Abschluss des Vertrags für den Sparer aus. Wer mehr anlegen will, kann über die Zulage hinaus einen steuerlichen Sonderausgabenabzug geltend machen.

Antrag auf Förderung

Der Antrag auf Förderung wird jedes Jahr neu gestellt. Er wird vom Anlageinstitut am Jahresende mit einem Kontoauszug verschickt.

Der Sparer muss auf diesem Antrag angeben

sozialversicherungspflichtiges Einkommen des Vorjahres
Anzahl der Kinder

Danach geht der Antrag zurück an das Anlageinstitut, das ihn an das Zulagenamt weiterleitet. Die Förderung wird daraufhin vom Zulagenamt direkt auf das Anlagekonto überwiesen.

Außerdem ist zu beachten

Bis 2008 erhöhen sich alle zwei Jahre die förderfähigen Beträge. Um die staatliche Förderung auszuschöpfen, sollte man also alle zwei Jahre die Sparsumme erhöhen. Eine Anpassung ist auch dann sinnvoll, wenn sich im Vorjahr das Einkommen verändert hat. Die Anbieter von Altersvorsorgeverträgen schicken jährlich Aufforderungen zur Anpassung der Sparraten an ihre Kunden.

Steuervorteile nutzen

Ausgaben für die Altersvorsorge können bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Als Nachweis dient ein Durchschlag des Antrags auf Zulage. Dafür gibt es eigens die neue Anlage AV (Altersvorsorge) zur Steuererklärung . Das Finanzamt prüft, ob für die Eigenleistung zur zusätzlichen Altersvorsorge Steuern erstattet werden.